Die Alhambra für Kinder – Entdecken und Verstehen

Geschrieben von María José Osorio - Kategorie: General

Die Alhambra im 15. Jahrhundert

Herzlich Willkommen zum zweiten Teil unserer Zeitreise. Heute werden wir im 15. Jahrhundert in Andalusien, in Granada, in der Alhambra aufwachen.
Wir befinden uns, wie ich euch im letzten Post erzählt habe, in einer muslimischen Stadt.

Ihre engen Gassen sind voller Menschen, Geräusche und Gerüche. Die Stadt ähnelt höchstwahrscheinlich anderen muslimischen Städten. Der große Unterschied ist der, dass wir in der Alhambra sind und sich deshalb ganz in der Nähe Paläste befinden.

 

Die Alhambra und ihre Paläste

Wenn wir weiter gehen, gelangen wir in den schönsten Teil der Alhambra, in ihre Paläste. Ich werde euch drei davon zeigen, die bis heute erhalten geblieben sind. Im 15. Jahrhundert gab es noch ein paar mehr.

Bestimmt verwundert euch die ganze Dekoration im Inneren, wenn euch nicht sogar vor Staunen der Mund offen steht. Genau diese Reaktion war das Ziel des Sultans, der die Besucher seiner Paläste beeindrucken und ihnen seine Macht demonstrieren wollte. Außerdem sollten die Bewohner der Alhambra diese Schönheit genießen.

Starten wir mit dem ersten Palast, den wir heute noch unter dem Namen „Mexuar“ kennen. Er hatte eine administrative Funktion, denn dort versammelten sich die Minister und es wurde Recht gesprochen. In diesem Palast entdeckt man auch schon die typische Dekoration der Alhambra, die ihr auf der Zeitreise immer wieder zu sehen bekommen werdet.
Ich möchte dir ein bisschen etwas über die Dekoration erzählen, die du rundherum siehst. Versuch mal zu erraten, welche Materialien verwendet wurden. Ziemlich sicher hast du bereits erkannt, dass die Decken aus Holz sind.
Die meisten Materialien wurden intelligent ausgewählt, denn es wurde das benutzt, was sich in der Nähe Granadas finden ließ. Besonders die Decken sind beeindruckend, sie gleichen Puzzles mit tausenden von Teilen. Um sie zu konstruieren, musste man ein Experte der Geometrie sein.

 

An den Wänden wurde Gips verwendet. Um Gipsplatten herzustellen, wurden Pressformen mit Gips gefüllt. Sobald der Gips getrocknet war, befestigte man die Platten an der Wand. Anschließend dekorierte man sie mit geometrischen Formen, arabischen Buchstaben oder Pflanzenbildern.
Auf dem folgenden Bild kannst du die drei verschiedenen Dekorationsformen wiederfinden.

Bestimmt hast du alle gefunden.
Wenn du deinen Blick die Marmorsäulen entlang nach unten wandern lässt, siehst du einen Sockel aus Keramik. Genau wie die Decken setzen sich die Sockel aus vielen kleinen Teilen zu einem Puzzle zusammen. Die Puzzle mussten zunächst auf dem Boden zusammengefügt werden und wurden, wenn sie fertig waren, an ihren Platz gebracht. Stell dir mal vor, jemand setzte ein falsches Puzzleteil in einer anderen Farbe ein und bemerkte es erst, wenn das Puzzle schon fertig war. Bestimmt passierte das ab und zu und dann regte sich der Sultan sicher fürchterlich auf.

Jetzt schließ mal die Augen und mal dir aus, dass alles, was du gerade gesehen hast, in intensiven, leuchtenden Farben bemalt ist. Würde dir das gefallen? Oder findest du es so besser, wie es heute ist? Da gibt es ganz unterschiedliche Meinungen, aber den andalusíes gefiel es eben bunt am besten.

Bleiben uns nun noch zwei weitere Paläste. Im Palast „Comares“ befindet sich der Thronsaal, wo Botschafter und andere wichtige Personen empfangen wurden und wo sich der Sultan mit seinen Beratern traf. Dieser Saal ist sehr beeindruckend, besonders die Decke. Es lohnt sich deshalb, in einem separaten Post über diese Decke zu schreiben.

Der letzte Palast ist der „Patio de los Leones„. Hier begeben wir uns in den privaten Bereich der Stadt, hier wurde gewohnt und es wurden Feste gefeiert, bei denen Musik gespielt und Gedichte rezitiert wurden.

patio-de-los-leones

Auch nach unserer Zeitreise bleiben viele Fragen offen: Wie lebte man hier im Winter? Was machen diese Löwen aus Marmor im Innenhof? Warum sind die Fenster so weit oben und warum fehlt das Fensterglas?
Erfahre die Antworten auf diese Fragen und vieles mehr auf unseren privaten Führungen mit Kindern durch die Alhambra und Granada. So kannst du mit deiner Familie die Alhambra und all ihre versteckten Winkel entdecken und verstehen. Wir warten auf euch!

 

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