Die Alhambra in Granada

Erfahren Sie mehr über die Alhambra

Wenn man von der Alhambra spricht, sollte man nicht nur an ihre schönen Paläste denken. Die Alhambra ist eine ganze Anlage mit mehr als 13 Hektar Grundfläche, die eine gesamte muslimische Stadt umfasste, mit Palästen, Moscheen, Bädern und Gärten. Außerdem diente sie als Festungsanlage, weshalb sie nach wie vor von einer eindrucksvollen Mauer und Türmen umgeben ist.

Die Alhambra ist die einzige muslimische Stadt aus dieser Epoche, die noch erhalten ist. Deswegen stellt sie eine der meist besuchten Sehenswürdigkeiten in Europa dar und wurde im Jahr 1984 zum Weltkulturerbe erklärt.

Ihr Standpunkt wurde nicht zufällig, sondern ganz bewusst auf einem Hügel ausgewählt, von dem aus man den Überblick über den Rest der Stadt und die Umgebung hatte und alles kontrollieren konnte. Diese privilegierte Lage garantierte die physische Präsenz des Sultans über der Stadt, die er regierte.

Der Name der Nasridenpaläste ist eng mit dem der Alhambra verbunden, weil die Nasriden ab 1238 mit ihrem Bau begannen. Sie verlegten auch ihren Herrschaftssitz, also den gesamten Hof, vom Hügel des Albaicín auf den benachbarten Hügel Sabika. Die Alhambra diente nicht nur den nasridischen Sultanen als Wohnsitz, sondern dort lebten auch Beamte des Hofes, adlige Familien, Handwerker und viele mehr. Es handelte sich um eine Palaststadt, die nahezu unabhängig von der Stadt Granada war. In der Alhambra wurden Keramik und Seide hergestellt, Münzen geprägt und fast alles für den täglichen Lebensmittelkonsum angebaut.

Den Höhepunkt ihrer Pracht erreichte die Anlage in der zweiten Hälfte des 14. Jahrhunderts. Um diese Zeit lebten um die 2000 Einwohner in der Alhambra.

Sie wurde zweifelsohne aufgrund der Schönheit und der Rafinesse ihrer Dekorationen weltweit berühmt. Man kann fast schon von Angst vor der Leere sprechen, weil jede Ecke der Paläste dekoriert wurde. Von den wunderschönen Holzdecken über die mit gravierten Gipsplatten verkleideten Wände bis zur Keramik in komplexen geometrischen Formen: es fällt schwer, sich auf etwas Bestimmtes zu konzentrieren, weil alles schön ist und sich ständig zu bewegen scheint.

Einen Extra Abschnitt verdient der Generalife. Er bezeichnet nicht nur die Gärten, sondern ist das, was man damals Almunia nannte: eine Sommerresidenz, die von viel Wasser, Gärten und Gemüsebeeten umgeben war. Zwar befand sie sich relativ nah an den Palästen, bot aber trotzdem eine Möglichkeit, sich mental von den Problemen und Konflikten des Hofes zu entfernen. Ein wahres Paradies auf Erden!

Lassen Sie sich von einem professionellen Stadtführer begleiten, machen Sie keine konkreten Pläne, sondern genießen unsere unvergessliche Besichtigung mit allen Sinnen!

Karl V.

Kaiser zwischen zwei Welten – Karl I. von Spanien und Karl V. von Deutschland

Bei Karl V. handelt es sich um eine der berühmtesten und spannendsten historischen Persönlichkeiten des 16. Jahrhunderts.
Schon seine Geburt im Jahr 1500 war alles andere als gewöhnlich. Seine Mutter Juana, Tochter zweier katholischer Könige, gebar ihn in der Latrine des Palastes in Gent, wo zu diesem Zeitpunkt eine Feier in vollem Gange war. Auf diese originelle Weise kam Karl auf die Welt, der einer der mächtigsten Monarchen Europas werden sollte.
Seine Kindheit verbrachte er fernab seiner Eltern, umgeben von Intellektuellen und Künstlern. Sein Vater, Philipp der Schöne, starb, als Karl sechs Jahre alt war. Seine Mutter verlor nach dem Tod ihres Ehemanns den Verstand, weshalb sie in der Geschichte als die „Verrückte“ bekannt wurde.

Karls Erbe war aufgrund vieler frühzeitiger Tode und geschickter Verbindungen durch Hochzeiten sehr groß. Von seinen Großeltern mütterlicherseits, der katholischen Könige, erbte er Kastilien, Aragón, Sardinien, Neapel, Sizilien und Teile der Neuen Welt. Von seinen Großeltern väterlicherseits, Maximilian I. von Habsburg und Maria von Burgund, erbte er einen großen Teil des heutigen Deutschlands, das Burgund, die Niederlande und die Franche-Comté.
Insgesamt also ein riesiges Territorium, dessen einzelne Gebiete wenig gemeinsam hatten und das von einem jungen Mann mit gerade einmal 20 Jahren regiert werden musste. Ein großartiges Erbe, das allerdings schwierig zu lenken war.

Die Lösung, die Karl für das Rätsel seines Erbes fand, war der Titel des Kaisers des Heiligen Römischen Reiches deutscher Nation. Das Reich sollte endlich alle Territorien miteinander verbinden und sie durch ein gemeinsames Ideal verknüpfen. Auf diese Weise wurde Karl V. zum „Verteidiger der Christenheit“. Dieses Motto steuerte von dem Moment an jede einzelne Entscheidung des großen Monarchs.
Wahrscheinlich wusste der Kaiser schon zu Beginn seiner Herrschaftszeit genau, wie sein Leben verlaufen würde, nämlich fast ohne Phasen der Erholung und des Friedens. Man kann sagen, dass die wenigen Monate, die er mit seiner Ehefrau Isabel von Portugal in Granada verbrachte, die glücklichsten seines Lebens waren. Von da an war sein Leben bestimmt von Kriegen: vom Krieg gegen seinen Feind Franz I., vom Krieg gegen das Osmanische Reich, vom Krieg gegen Martin Luther und den Protestantismus. Zwischendurch musste er verhandeln und paktieren, um die vielen Kriege überhaupt finanzieren zu können.

Im Jahr 1539 starb seine Ehefrau Isabel und Karls emotionaler Niedergang begann. Mit zunehmendem Alter kam sein eigensinniger und autoritärer Charakter immer mehr zum Vorschein. Außerdem verstärkte sich seine größte Leidenschaft, die für das Essen und Trinken. Es fiel ihm immer schwerer, auch aufgrund seiner gesundheitlichen Situation, für den Erhalt des großen Reiches zu kämpfen.

Dieser rastlose Kaiser, der nie lange Zeit an einem Ort verbrachte, dankte letztendlich ab und ging ins Kloster San Jerónimo de Yuste, um seine spirituelle Ruhe zu finden. Sein Sohn Philipp II. folgte ihm auf dem Thron nach.
Drei Jahre später, im Jahr 1558, verstarb Karl im Kloster an Malaria. Es klingt wie ein schlechter Scherz, dass der mächtigste Kaiser aller Zeiten seinen letzten großen Kampf gegen eine Mücke verlor.

Um mehr über Karl zu erfahren, informieren Sie sich über unsere privaten Führungen durch die Nasridenpaläste.

Die Alhambra von Granada für Kinder

Die Alhambra – eine spannende Zeitreise

Vielleicht hast du schon einmal Bilder von der Alhambra gesehen oder warst mit deinen Eltern einmal dort. Hast du dich nicht auch gefragt, was so ein ungewöhnlicher Palast inmitten von Granada zu suchen hat? Warum sind die Wände und Dächer so sonderbar dekoriert? Wahrscheinlich hast du dir gedacht, dass der Palast, die Burg oder das Schloss in deiner Stadt so ganz anders aussieht.

Begleite uns auf unserer Zeitreise, dann wirst du verstehen, dass das alles einen Grund hat.

Zunächst muss man wissen, dass die Alhambra nicht nur eine Ansammlung von Palastgebäuden ist, sondern früher eine ganze Stadt war, die ein Sultan bauen ließ. Ein Sultan ist so etwas wie ein König. In seiner Stadt sollten er und seine Familie wohnen, aber auch die Personen, die ihm beim Regieren halfen, die Bäcker, die sein Brot buken oder die Soldaten, die ihn vor Feinden verteidigten. Also insgesamt alle, die für ihn arbeiteten.

Was denkst du, wie viele Menschen in der Alhambra lebten? Es waren ungefähr 2000, also vermutlich weit mehr, als du gedacht hättest?

Eine weitere interessante Information für dich ist die, dass zu dieser Zeit die sogenannten „andalusíes“ in Granada lebten. Dies waren Spanier, die dem Islam und nicht wie die Mehrheit der Spanier dem Christentum angehörten. Im nächsten Post wirst du mehr über ihre Herkunft, ihre Bräuche und ihre Zeit in Spanien erfahren.

Doch wir setzen erst einmal unsere Zeitreise zur Alhambra fort.

Wie ich schon gesagt habe, war die Alhambra eine Stadt, aber eben eine muslimische Stadt. Sie war folgendermaßen aufgebaut: In der Alhambra gab es ein Stadtviertel für das Militär mit dem Namen „Alcazaba“ Dort lebten die Soldaten, die über die Stadt wachten und sie bei möglichen Angriffen verteidigen konnten. Außerdem gehörten zahlreiche Palastbauten zur Stadt, von denen ein Großteil erhalten geblieben ist. Um die Bewohner zu versorgen, wurde auf einem Hügel Obst und Gemüse angebaut. Der Palast mit dem Namen “ Generalife“ wurde von den Sultanen hauptsächlich im Sommer genutzt. Das eigentliche Stadtzentrum der Alhambra hieß Medina, was auf „Stadt“ auf Arabisch heißt. Hier lebten Handwerker, Diener des Sultans, Beamte, und so weiter.

Die ganze Alhambra war von einer Mauer umgeben, die ihrem Schutz diente. Ich bin mir sicher, dass die Stadt, in der du lebst, auch eine Stadtmauer hat oder zumindest hatte. Früher war es normal, eine solche Mauer zu bauen, um sich besser gegen Angriffe von außen verteidigen zu können.

Ein weiteres wichtiges Merkmal einer muslimischen Stadt ist die Tatsache, dass die Häuser und Paläste nur innen dekoriert sind und von außen eher karg und schmucklos erscheinen. Wenn man vor einem Haus steht, kann man die Schönheit und die Schätze nicht erahnen, die sich im Inneren finden lassen. Aber wenn man über die Türschwelle tritt, öffnet sich eine magische Welt, ein kleines Paradies.

Möchtest du mehr über diese Paläste erfahren? Dann ließ auch meinen nächsten Post! „Die Alhambra für Kinder – Entdecken und Verstehen“

Wenn du die unvergleichliche Pracht der Alhambra entdecken willst, dann lass Dich durch uns begleiten. Wir bieten Führungen für Familien an, die für dich nicht langweilig sind, sondern bei denen es viel zu entdecken gibt!