Die Alhambra in Granada

Erfahren Sie mehr über die Alhambra

Wenn man von der Alhambra spricht, sollte man nicht nur an ihre schönen Paläste denken. Die Alhambra ist eine ganze Anlage mit mehr als 13 Hektar Grundfläche, die eine gesamte muslimische Stadt umfasste, mit Palästen, Moscheen, Bädern und Gärten. Außerdem diente sie als Festungsanlage, weshalb sie nach wie vor von einer eindrucksvollen Mauer und Türmen umgeben ist.

Die Alhambra ist die einzige muslimische Stadt aus dieser Epoche, die noch erhalten ist. Deswegen stellt sie eine der meist besuchten Sehenswürdigkeiten in Europa dar und wurde im Jahr 1984 zum Weltkulturerbe erklärt.

Ihr Standpunkt wurde nicht zufällig, sondern ganz bewusst auf einem Hügel ausgewählt, von dem aus man den Überblick über den Rest der Stadt und die Umgebung hatte und alles kontrollieren konnte. Diese privilegierte Lage garantierte die physische Präsenz des Sultans über der Stadt, die er regierte.

Der Name der Nasridenpaläste ist eng mit dem der Alhambra verbunden, weil die Nasriden ab 1238 mit ihrem Bau begannen. Sie verlegten auch ihren Herrschaftssitz, also den gesamten Hof, vom Hügel des Albaicín auf den benachbarten Hügel Sabika. Die Alhambra diente nicht nur den nasridischen Sultanen als Wohnsitz, sondern dort lebten auch Beamte des Hofes, adlige Familien, Handwerker und viele mehr. Es handelte sich um eine Palaststadt, die nahezu unabhängig von der Stadt Granada war. In der Alhambra wurden Keramik und Seide hergestellt, Münzen geprägt und fast alles für den täglichen Lebensmittelkonsum angebaut.

Den Höhepunkt ihrer Pracht erreichte die Anlage in der zweiten Hälfte des 14. Jahrhunderts. Um diese Zeit lebten um die 2000 Einwohner in der Alhambra.

Sie wurde zweifelsohne aufgrund der Schönheit und der Rafinesse ihrer Dekorationen weltweit berühmt. Man kann fast schon von Angst vor der Leere sprechen, weil jede Ecke der Paläste dekoriert wurde. Von den wunderschönen Holzdecken über die mit gravierten Gipsplatten verkleideten Wände bis zur Keramik in komplexen geometrischen Formen: es fällt schwer, sich auf etwas Bestimmtes zu konzentrieren, weil alles schön ist und sich ständig zu bewegen scheint.

Einen Extra Abschnitt verdient der Generalife. Er bezeichnet nicht nur die Gärten, sondern ist das, was man damals Almunia nannte: eine Sommerresidenz, die von viel Wasser, Gärten und Gemüsebeeten umgeben war. Zwar befand sie sich relativ nah an den Palästen, bot aber trotzdem eine Möglichkeit, sich mental von den Problemen und Konflikten des Hofes zu entfernen. Ein wahres Paradies auf Erden!

Lassen Sie sich von einem professionellen Stadtführer begleiten, machen Sie keine konkreten Pläne, sondern genießen unsere unvergessliche Besichtigung mit allen Sinnen!

Cuarto Real de Santo Domingo

Ein antiker Palast aus der Nasridenzeit

Ganz in der Nähe des antiken jüdischen Viertels von Granada befindet sich ein Nasridenpalast, der während der Regierungszeit von Muhamad II. gebaut wurde. Damals stand er im Töpferviertel und wurde in die Stadtmauer integriert.

Es zeugt eindrucksvoll von der Wohnarchitektur des 13. Jahrhunderts. Außerdem stellte er den einzigen königlichen Nutzgarten innerhalb der Stadtmauern dar, denn der Palast war von Gärten und Beeten umgeben.

Es lässt sich sagen, dass er als inspirierendes Modell für die Paläste der Alhambra diente, denn diese wurden später gebaut.

Der Turm oder die Gubba des Palastes in der Nähe der Mauer ist noch gut erhalten. Im Turm befindet sich der Empfangssalon, der ebenfalls noch zu besichtigen ist und in dem sich wunderschöne Dekorationen entdecken lassen, die selbst der Alhambra würdig wären. Besonders stechen die schönen Sockel ins Auge, die mit glasierten Fliesen in blau und grün verkleidet sind.

Die Reste der nasridischen Gärten erstrecken sich unterhalb der aktuellen Gärten, die bei Umbauarbeiten im 19. Jahrhundert angelegt wurden.

Nach der Reconquista, der Eroberung Granadas durch die Christen, wurden die Katholischen Könige Inhaber des Palastes. Später gaben sie ihn an den Dominikanerorden weiter, der dort das Kloster Santa Isabel la Real gründete.

Während der französischen Invasion unter Napoleon wurde das Kloster ausgeraubt. Daraufhin folgte die Säkularisierung der Kirchengüter und der Palast ging in Privatbesitz über. Seither lebten dort verschiedene wohlhabende Familien der Stadt, die das ursprüngliche Aussehen des Palastes veränderten.

Anfang des 20. Jahrhunderts wurde der Nasridenpalast zum geschützten Kulturgut erklärt. Aufgrund der archäologischen Grabungen und der Restaurationsarbeiten wissen wir heute, wo sich die Gärten und die Bewässerungsanlage befunden haben. Im 20. Jahrhundert kaufte die Stadt Granada außerdem den Palast seinem letzten Besitzer, D. Javier Dávila Ponce de Léon, ab.

Bisher ist dieser interessante Ort noch eher unbekannt, weil er erst kürzlich der Öffentlichkeit zugänglich gemacht wurde. Das wird sich bestimmt bald ändern, weil dort auch immer wieder Kunstausstellungen stattfinden, weshalb es sich umso mehr anbietet, den Palast im Zentrum Granadas zu besichtigen.

Wenn Sie mehr über Granada erfahren möchten, informieren Sie sich über unsere Führungen durch die Stadt, das Albaicín oder die Alhambra.

Das historische Zentrum Granadas

Die Sehenswürdigkeiten

Die zwei großen Juwelen der christlichen Architektur befinden sich im historischen Stadtzentrum. Das ist zum einen die Capilla Real, Grabstätte der Katholischen Könige, und zum anderen die Kathedrale, die eine der größten Europas ist. Höchstwahrscheinlich diente sie den Habsburgern als Mausoleum.

Die Besichtigung der beiden Kirchen wird Sie begeistern, vor allem aufgrund ihrer Größe, aber auch wegen der Kunstwerke. So lässt sich dort eine Sammlung flämischer Gemälde entdecken, die jedes großen Museums der Welt würdig wäre.

Aber natürlich gibt es im Zentrum Granadas noch mehr zu entdecken. Unter die großen Gebäude aus christlicher Zeit mischen sich immer wieder Spuren des maurischen Zeitalters. Der antike Seidenmarkt, das Haus der Kohle und die Madraza erlauben es dem Besucher, kurz die Augen zu schließen und sich diese Stadt in der Maurenzeit vorzustellen.

Auf wenigen Quadratmetern der Innenstadt konzentriert sich so die ganze Geschichte der Stadt. Aus neuerer Zeit stammen zum Beispiel Gebäude, die mit der Zuckerindustrie zu tun haben, oder so moderne und innovative Gebäude wie das Zentrum José Guerrero. Somit ist im Stadtzentrum alles nah beieinander und gut zu Fuß zu erreichen. Man kann auf einem kleinen Spaziergang alles sehen, was einen interessiert und durch die Zeit reisen.

Entdecken Sie all das mit uns bei einer privaten Führung durch das Stadtzentrum von Granada.

Tapas essen

Was gibt es Typischeres in Granada?

Es gibt kaum eine Gewohnheit, die so verwurzelt ist in der andalusischen Kultur wie das Tapas essen.

Tapas – so heißen die kleinen Häppchen, die in den Bars zu den Getränken gereicht werden. Die Herkunft der Tapas ist nicht restlos geklärt. Einige Historiker datieren den Ursprung in der Zeit von König Alfonso X. im 8. Jahrhundert, andere bringen in mit den Katholischen Königen im 15.Jahrhundert in Verbindung. Auch wenn über den Zeitpunkt noch gestritten wird, ist sich die Mehrheit einig, dass ein Gesetz, das von einem der genannten Könige erlassen wurde, den Ursprung der Tapas-Tradition darstellt. Es soll die Gasthäuser dazu verpflichtet haben, zu jedem Wein etwas zu essen zu reichen, um die Wirkung des Alkohols zu verringern.

Außerdem stimmt man darin überein, dass der Name Tapa vom Verb „tapar“ stammt, was soviel wie „zudecken“ bedeutet. Normalerweise wurden nämlich Scheiben vom Käse oder vom Schinken serviert, die man auf das Glas legte, um zu verhindern, dass Mücken oder Staub ins Glas gelangten.

Im heutigen Andalusien versteht man unter Tapas sehr viel mehr. Es bezeichnet eine bestimmte Form des Essens, aber vor allem auch einen sozialen Akt. Tapas essen gehen heißt sich mit Freunden treffen und quatschen. Deswegen setzen wir uns eigentlich auch nicht hin, sondern bleiben häufig an der Bar stehen, um uns besser unterhalten zu können. Tapas essen ist also definitiv auch eine kulturelle Angelegenheit.

Als Tapas werden meistens typische Gerichte der Stadt oder der Umgebung zubereitet, aber jede Bar hat auch ihre eigenen Spezialitäten. Es gibt kalte und warme, einfache und aufwendigere, traditionelle und kreative Tapas. Es ist für jeden etwas dabei.

Das Besondere an den Tapas in Granada ist, dass sie im Preis für das Getränk enthalten sind. Das bedeutet, dass man zu jedem bestellten Getränk eine Überraschungstapa gratis dazu bekommt und nicht wie im Rest Spaniens gezieht aussucht, bestellt und bezahlt.

Wenn Sie sich für die Gastronomie Granadas interessieren und mehr über sie erfahren wollen, bieten sich unsere gastronomischen Touren durch Granada oder das Albaicín an. Hier werden Sie von einem Einheimischen begleitet und können so die Vielfalt der Tapas kennenlernen und genießen.

Die typisch granadische Küche

Mit fünf Sinnen genießen

Die typische Gastronomie Granadas ist eine abwechslungsreiche und leckere Mischung, zu der alle Völker, die in Granada gelebt haben, etwas beitrugen. Sie wurde durch jede einzelne der verschiedenen Kulturen bereichert, also durch die jüdische, die muslimische und christliche.

Es war das Wesentliche, dass jede neue Gemeinschaft von Siedlern die Gastronomie ergänzt hat, ohne das bereits Bestehende zu zerstören. Ein weiterer wichtiger Faktor ist die günstige Lage Granadas, die sich durch Vielfalt im Klima und in den landschaftlichen Zonen auszeichnet. Sie ist umgeben von kühlen Gebirgen, nicht weit entfernt von der heißen Küste und der fruchtbaren Flussebene. Jede Zone bringt eigene Produkte und Rezepte hervor, die in der Stadt zusammenfließen.

Die Mischung macht’s, wie es so schön heißt. Das Erbe der Völker, das Klima und die Qualität der Rohstoffe versorgen uns mit vielfältigen Gerichten. Aus den Bergen stammen reichhaltige und kalorienreiche Gerichte. Zum Beispiel die Mandelsuppe und Eintöpfe mit Gemüse und Rindfleisch. Hier kommt auch häufig der Trevélez-Schinken zum Einsatz.

Für den Sommer sind dann eher die leichteren Gerichte geeignet, für die viel Gemüse von der Küste oder den Anbaugebieten rund um die Stadt verwendet werde. Besonders bekannt sich Gazpacho, Artischocken, Spargel, Bohnen und vieles mehr.

Vor kurzem hat man damit begonnen, an der Küste auch Cherimoya, Avocado und Mango anzubauen. Obwohl es sich hierbei nicht um einheimische Sorten handelt, haben sie sich gut angepasst und werden immer mehr Teil unserer Kochbücher.

Da in Granada überwiegend frische Produkte verwendet werden, die aus der Region stammen, erhält man einen unvergleichlichen Geschmack, den Sie sich nicht entgehen lassen sollten.

El Bañuelo – Antike arabische Bäder in Granada

Eines der ältesten und am besten erhaltenen Bäder Spaniens

Im Stadtviertel Albaicín lässt sich ein Schmuckstück der maurischen Architektur entdecken: das Bañuelo oder auch „Baño del Nogal“ genannt. Hinter dem Namen versteckt sich ein Hamman, ein arabisches Bad aus dem 11. Jahrhundert. Es befindet sich in der Nähe des Darro, gegenüber der Brücke von Cadi und auf einer der romantischsten und malerischsten Uferpromenaden Spaniens.

Das Hamman ist ein geschichtsträchtiger Ort, der erst einmal entdeckt werden muss. Wen man ihn aber gefunden hat, öffnet sich dem Besucher ein Raum, der Träume weckt und einen in die besondere und edle Kultur der Mauren eintauchen lässt, die für so lange Zeit in unserer Stadt beheimatet war und der wir eine ruhmreiche Vergangenheit verdanken.

Das Hamman oder das Dampfbad gehört zur zivilen Architektur von Al-Andalus. Diese Bäder wurden nach dem Vorbild römischer Thermen gebaut, waren allerdings nie so groß, dafür aber viel detaillierter dekoriert. Zu einem Hamman gehören ein kalter, ein warmer und ein heißer Baderaum und ein Ruheraum.

Ein Hamman hatte unterschiedliche Funktionen:

  • Es diente als Treffpunkt, an dem die Bewohner der Stadt Neuigkeiten und Meinungen austauschen konnten, während sie vermutlich leckeren Minztee tranken.
  • Ein Hamman war auch ein Schönheitssalon, ein Ort der Hygiene und der Gesundheit. Es wurde eine Vielzahl an Naturkosmetikprodukten eingesetzt, um den Körper zu reinigen und zu pflegen.
  • Das Bad wurde außerdem für ein Reinheitsritual verwendet. Für das Gebet musste man sauber und rein sein. Aus diesem Grund befinden sich arabische Bäder häufig in der Nähe einer Moschee.

Die Eintrittspreise waren für alle gleich und erschwinglich. Doch Männer und Frauen durften das Bad nicht gemeinsam genießen, denn ein Hamman war nach Geschlechtern getrennt und ist nicht mit der heutigen gemischten Sauna zu vergleichen.

Das Bañuelo aus der Ziridenzeit des 11. Jahrhunderts wurde kürzlich zum geschützten Kulturgut erklärt.

Bei der Besichtigung des Bades beginnt man in einem kleinen Innenhof mit Brunnen, von dem aus man zu den verschiedenen Baderäumen gelangt. Der erste Raum diente als Foyer. Hier erhielt jeder Besucher Handtücher und spezielle Schuhe, um sich auf dem heißen Boden die Füße nicht zu verbrennen. Ganz am Ende befinden sich die Heizkessel, die in der Zwischenzeit unter freiem Himmel stehen. Besonders schön sich die Oberlichter in der Decke, die sternförmig angelegt sind und damals mit buntem Fensterglas ausgekleidet waren. Von ähnlicher Schönheit sind die Kapitelle der Säulen, die je nach Entstehungszeit unterschiedlich gestaltet wurden.

Man kann von großem Glück sprechen, dass dieser besondere Ort erhalten geblieben ist. Er versetzt uns in eine andere Zeit und umgibt uns mit Gerüchen ferner Zeiten, die alle unsere Sinne wecken.

Hispanoarabische Denkmäler im Stadtteil Albaicín

Auf den Spuren des Islams in Granada

In diesem Post können Sie vier Sehenswürdigkeiten im Albaicín kennenlernen, die aus der Maurenzeit erhalten sind. Dabei handelt sich um ein kleines Stadthotel, ein Hamman, ein maurisches Wohnhaus und einen kleinen Palast aus der Zeit der Nasriden.
Sie können diese Sehenswürdigkeiten auch auf unserer Führung durch das Albaicín besichtigen und mehr über sie erfahren.

Corral del Carbón (Haus der Kohle)

Der aktuelle Name des Hauses rührt von seiner Funktion als Kohlelager in der Zeit nach der Reconquista her.
Im 14. Jahrhundert diente das Haus dagegen als kleines Stadthotel, al fonduk oder alhóndiga genannt. Es befand sich in der näheren Umgebung des alten Stadtzentrums (arab. medina) neben dem Seidenmarkt. Das „Haus der Kohle“ ist das einzige in Spanien erhaltene Beispiel dieses Architekturstils.
Besonders im Sommer bietet der Innenhof des Hauses die perfekte Kulisse für Theateraufführungen und Konzerte.

Bañuelo (arabische Bäder)

Dieses Hamman aus dem 11. Jahrhundert ist eines der am besten erhaltenen und ältesten Bäder in ganz Spanien. Es befindet sich ganz in der Nähe des Darro, gegenüber der Brücke von Cadi und kurz vor dem Paseo de los Tristes.

Unter einem Hamman versteht man ein öffentliches Dampfbad. Dieses in Granada stammt aus der Zeit der Ziriden und ist auch unter dem Namen „baño del nogal“ bekannt.
Nach der Reconquista, der Wiedereroberung des maurischen Spaniens durch die Christen, wurden fast alle arabischen Bäder der Stadt zerstört. Die Christen betrachteten solche maurischen Einrichtungen sehr skeptisch. Überraschenderweise ließen sie das eine Hamman bestehen und nutzten es als öffentliche Waschküche. Aufgrund seines Nutzens für die Bevölkerung haben wir das Glück, es heute noch besichtigen zu können.

Casa del Horno de Oro (Haus „Goldofen“)

SDas Haus befindet sich in der Nähe des bekannten Paseo de los Tristes. Es steht beispielhaft für maurische Wohnhäuser des ausgehenden 15. Jahrhunderts. Es ist eines der am besten erhaltenen maurischen Wohnhäuser im Albaicín.
Die Außenfassade ist einfach gehalten, Fenster fehlen komplett. Im Inneren findet sich ein rechteckiger Innenhof mit einem Brunnen in der Mitte.
Nach der Reconquista wurde das Haus für einige Zeit als Nachbarschaftstreffpunkt verwendet. Danach wurde es geräumt und restauriert. Heute finden hier Konzerte und Ausstellungen statt.

DAR AL HORRA

Bei diesem Haus handelt es sich um ein Schmuckstück, dass sich in den engen Gässchen des malerischen Stadtviertels Albaicín versteckt. Der arabische Name bedeutet auf Deutsch so viel wie „Haus der ehrlichen Frau“. Das Haus diente der Königin Aixa, Mutter von Boabdil, als letzte Wohnstätte außerhalb der Alhambra. Die Architektur und die Dekoration sind typisch für die Kunst der Nasriden im 15. Jahrhundert.
Der Palast hat zwei Stockwerke und einen Turm. Seine Architektur passt sich an die Form des Innenhofes an. Vom oberen Stockwerk genießt man eine unglaubliche Aussicht auf die umliegende Landschaft

Karl V.

Kaiser zwischen zwei Welten – Karl I. von Spanien und Karl V. von Deutschland

Bei Karl V. handelt es sich um eine der berühmtesten und spannendsten historischen Persönlichkeiten des 16. Jahrhunderts.
Schon seine Geburt im Jahr 1500 war alles andere als gewöhnlich. Seine Mutter Juana, Tochter zweier katholischer Könige, gebar ihn in der Latrine des Palastes in Gent, wo zu diesem Zeitpunkt eine Feier in vollem Gange war. Auf diese originelle Weise kam Karl auf die Welt, der einer der mächtigsten Monarchen Europas werden sollte.
Seine Kindheit verbrachte er fernab seiner Eltern, umgeben von Intellektuellen und Künstlern. Sein Vater, Philipp der Schöne, starb, als Karl sechs Jahre alt war. Seine Mutter verlor nach dem Tod ihres Ehemanns den Verstand, weshalb sie in der Geschichte als die „Verrückte“ bekannt wurde.

Karls Erbe war aufgrund vieler frühzeitiger Tode und geschickter Verbindungen durch Hochzeiten sehr groß. Von seinen Großeltern mütterlicherseits, der katholischen Könige, erbte er Kastilien, Aragón, Sardinien, Neapel, Sizilien und Teile der Neuen Welt. Von seinen Großeltern väterlicherseits, Maximilian I. von Habsburg und Maria von Burgund, erbte er einen großen Teil des heutigen Deutschlands, das Burgund, die Niederlande und die Franche-Comté.
Insgesamt also ein riesiges Territorium, dessen einzelne Gebiete wenig gemeinsam hatten und das von einem jungen Mann mit gerade einmal 20 Jahren regiert werden musste. Ein großartiges Erbe, das allerdings schwierig zu lenken war.

Die Lösung, die Karl für das Rätsel seines Erbes fand, war der Titel des Kaisers des Heiligen Römischen Reiches deutscher Nation. Das Reich sollte endlich alle Territorien miteinander verbinden und sie durch ein gemeinsames Ideal verknüpfen. Auf diese Weise wurde Karl V. zum „Verteidiger der Christenheit“. Dieses Motto steuerte von dem Moment an jede einzelne Entscheidung des großen Monarchs.
Wahrscheinlich wusste der Kaiser schon zu Beginn seiner Herrschaftszeit genau, wie sein Leben verlaufen würde, nämlich fast ohne Phasen der Erholung und des Friedens. Man kann sagen, dass die wenigen Monate, die er mit seiner Ehefrau Isabel von Portugal in Granada verbrachte, die glücklichsten seines Lebens waren. Von da an war sein Leben bestimmt von Kriegen: vom Krieg gegen seinen Feind Franz I., vom Krieg gegen das Osmanische Reich, vom Krieg gegen Martin Luther und den Protestantismus. Zwischendurch musste er verhandeln und paktieren, um die vielen Kriege überhaupt finanzieren zu können.

Im Jahr 1539 starb seine Ehefrau Isabel und Karls emotionaler Niedergang begann. Mit zunehmendem Alter kam sein eigensinniger und autoritärer Charakter immer mehr zum Vorschein. Außerdem verstärkte sich seine größte Leidenschaft, die für das Essen und Trinken. Es fiel ihm immer schwerer, auch aufgrund seiner gesundheitlichen Situation, für den Erhalt des großen Reiches zu kämpfen.

Dieser rastlose Kaiser, der nie lange Zeit an einem Ort verbrachte, dankte letztendlich ab und ging ins Kloster San Jerónimo de Yuste, um seine spirituelle Ruhe zu finden. Sein Sohn Philipp II. folgte ihm auf dem Thron nach.
Drei Jahre später, im Jahr 1558, verstarb Karl im Kloster an Malaria. Es klingt wie ein schlechter Scherz, dass der mächtigste Kaiser aller Zeiten seinen letzten großen Kampf gegen eine Mücke verlor.

Um mehr über Karl zu erfahren, informieren Sie sich über unsere privaten Führungen durch die Nasridenpaläste.

Schinken

Schinken, eine Götterspeise

Schinken ist ohne Zweifel eines der exquisitesten Produkte der andalusischen Küche. Man kommt kaum darum herum, ihn zu probieren.
Seit mehr als 2000 Jahren wird in Spanien Schinken hergestellt. Schinken war besonders zur Zeit der römischen Invasion auf der Iberischen Halbinsel beliebt und bewahrt sich seit dort seine Tradition.

Wie wird Schinken hergestellt?

Der Prozess der Herstellung ist relativ einfach, obwohl das außergewöhnliche Ergebnis dies nicht vermuten ließe. Das Schwein muss zum Zeitpunkt der Schlachtung mindestens 6 Monate alt sein. Nach der Zerlegung wird der Schinken aufgehängt und mit Salz eingerieben. Das Salz wirkt zwischen 40 und 60 Tagen ein, damit es sich über den Schinken verteilen und dem Fleisch Flüssigkeit entziehen kann.
Danach beginnt die Trocknung. Dabei handelt es sich um einen sehr wichtigen Abschnitt, bei dem der passende Ort und die passende Temperatur ausgewählt werden müssen. Die Schinken werden in natürlichen Trockenräumen mit Fenstern aufgehängt, über die sich Temperatur, Belüftung und Feuchtigkeit steuern lassen. Die Schinken bleiben zwischen 6 und 36 Monaten in der Trocknung.
Darauf folgt der Reifungsprozess. Die Schinken werden von den Trockenräumen in Vorratskammern gebracht. Dort prüfen Schinkenexperten die Reife mithilfe eines speziellen Werkzeugs aus Knochenmaterial.

Wie lassen sich die unterschiedlichen Schinkensorten unterscheiden? Welche Unterschiede gibt es?

Es gibt zwei Schinkensorten: der iberische Schinken und der Serrano-Schinken. Der Geschmack des Endproduktes hängt von der Schweinerasse, seiner Fütterung, seiner Bewegung und der Trocknungszeit ab. Es lässt sich sagen, dass die Schinken eines sportlichen Schweines schmackhafter als die eines Stubenhockers sind.

Iberischer Schinken

Dieser Schinken stammt immer vom Ibérico-Schwein, einer besonderen Rasse, die auf der Iberischen Halbinsel zuhause ist. Es gibt vier verschiedene Varianten dieser Sorte: Jamón Ibérico de cebo, de cebo campo, de recebo, de bellota.
Die Unterschiede resultieren aus der Fütterung und der Haltung der Tiere.

Serrano-Schinken

Die Trocknung im kalten und trockenen Klima zeichnet den Serrano-Schinken aus. Je nach Trocknungszeit zwischen 10 und 15 Monaten erhält man drei unterschiedliche Qualitätsstufen: Bodega, Reserva, Gran Reserva.
Ähnlich wie bei anderen Lebensmittelprodukten gibt es auch beim Schinken zusätzlich Herkunftsbezeichnungen. So gibt es in Granada den Trevélez-Schinken oder den Serrano-Schinken, der in den umliegenden Gebirgszonen getrocknet wird.

Begleiten Sie uns auf unseren gastronomischen Führungen durch Granada oder durch das Albaicín, um mehr über diese Götterspeise zu erfahren. Es erwartet Sie eine Führung für Auge und Gaumen.

Die Alhambra von Granada für Kinder

Die Alhambra – eine spannende Zeitreise

Vielleicht hast du schon einmal Bilder von der Alhambra gesehen oder warst mit deinen Eltern einmal dort. Hast du dich nicht auch gefragt, was so ein ungewöhnlicher Palast inmitten von Granada zu suchen hat? Warum sind die Wände und Dächer so sonderbar dekoriert? Wahrscheinlich hast du dir gedacht, dass der Palast, die Burg oder das Schloss in deiner Stadt so ganz anders aussieht.

Begleite uns auf unserer Zeitreise, dann wirst du verstehen, dass das alles einen Grund hat.

Zunächst muss man wissen, dass die Alhambra nicht nur eine Ansammlung von Palastgebäuden ist, sondern früher eine ganze Stadt war, die ein Sultan bauen ließ. Ein Sultan ist so etwas wie ein König. In seiner Stadt sollten er und seine Familie wohnen, aber auch die Personen, die ihm beim Regieren halfen, die Bäcker, die sein Brot buken oder die Soldaten, die ihn vor Feinden verteidigten. Also insgesamt alle, die für ihn arbeiteten.

Was denkst du, wie viele Menschen in der Alhambra lebten? Es waren ungefähr 2000, also vermutlich weit mehr, als du gedacht hättest?

Eine weitere interessante Information für dich ist die, dass zu dieser Zeit die sogenannten „andalusíes“ in Granada lebten. Dies waren Spanier, die dem Islam und nicht wie die Mehrheit der Spanier dem Christentum angehörten. Im nächsten Post wirst du mehr über ihre Herkunft, ihre Bräuche und ihre Zeit in Spanien erfahren.

Doch wir setzen erst einmal unsere Zeitreise zur Alhambra fort.

Wie ich schon gesagt habe, war die Alhambra eine Stadt, aber eben eine muslimische Stadt. Sie war folgendermaßen aufgebaut: In der Alhambra gab es ein Stadtviertel für das Militär mit dem Namen „Alcazaba“ Dort lebten die Soldaten, die über die Stadt wachten und sie bei möglichen Angriffen verteidigen konnten. Außerdem gehörten zahlreiche Palastbauten zur Stadt, von denen ein Großteil erhalten geblieben ist. Um die Bewohner zu versorgen, wurde auf einem Hügel Obst und Gemüse angebaut. Der Palast mit dem Namen “ Generalife“ wurde von den Sultanen hauptsächlich im Sommer genutzt. Das eigentliche Stadtzentrum der Alhambra hieß Medina, was auf „Stadt“ auf Arabisch heißt. Hier lebten Handwerker, Diener des Sultans, Beamte, und so weiter.

Die ganze Alhambra war von einer Mauer umgeben, die ihrem Schutz diente. Ich bin mir sicher, dass die Stadt, in der du lebst, auch eine Stadtmauer hat oder zumindest hatte. Früher war es normal, eine solche Mauer zu bauen, um sich besser gegen Angriffe von außen verteidigen zu können.

Ein weiteres wichtiges Merkmal einer muslimischen Stadt ist die Tatsache, dass die Häuser und Paläste nur innen dekoriert sind und von außen eher karg und schmucklos erscheinen. Wenn man vor einem Haus steht, kann man die Schönheit und die Schätze nicht erahnen, die sich im Inneren finden lassen. Aber wenn man über die Türschwelle tritt, öffnet sich eine magische Welt, ein kleines Paradies.

Möchtest du mehr über diese Paläste erfahren? Dann ließ auch meinen nächsten Post! „Die Alhambra für Kinder – Entdecken und Verstehen“

Wenn du die unvergleichliche Pracht der Alhambra entdecken willst, dann lass Dich durch uns begleiten. Wir bieten Führungen für Familien an, die für dich nicht langweilig sind, sondern bei denen es viel zu entdecken gibt!